The Metal Diaries

Amorphis, 07.11.2009 im Turock, Essen

by Minerva on Nov.08, 2009, under Das Leben, Death Metal, Konzerte, Leute, Musik, Party

Lang erwar­tet und dann viel zu schnell vor­bei, aber es war ein sehr gei­les Kon­zert!!! Des­we­gen hier ein aus­führ­li­cher Bericht zum gest­ri­gen Abend.

Wir sind mit dem Zug nach Essen, damit wir auch ein Bier­chen trin­ken konn­ten und stan­den dann über­pünkt­lich kurz vor 19:00 vor dem Turock vor der Tür. Kurz nach 19:00 durf­ten wir dann end­lich rein und waren erst ein­mal posi­tiv über­rascht über die recht net­ten Tür­ste­her. Kein auf­wen­di­ges Fil­zen, kein Abtas­ten, ledig­lich mein Hand­täsch­chen würde kurz befühlt, da das Gewicht nicht dem einer 9mm ent­sprach, durfte ich dann auch pas­sie­ren. Nicht ein­mal in die Tüte, die ich dabei hatte, in der ein ver­pack­tes Geschenk war (wir hat­ten geplant, nach dem Kon­zert noch auf dem Geburts­tag unse­res Gitar­ris­ten Ser­gio vor­bei­zu­schauen) woll­ten sie reinsehen.

Tja, dann waren wir drin­nen. Erst gab es etwas Ver­wir­rung, da wir alle Mit­glie­der im “Rau­er­club” wer­den Tilo im Turockmuss­ten und nicht so recht wuss­ten, wo wir die Anträge aus­fül­len und unsere Mit­glieds­karte erhal­ten konn­ten, aber der Her­den­trieb führte uns dann doch in die rich­tige Rich­tung. Dann sind wir run­ter in die sehr schöne Halle (nicht zu groß, sieht nett aus) und ein Bier spä­ter musste ich am Merch-Stand erst mal Geld los­wer­den. Es gab eine sehr gute Aus­wahl an unter­schied­li­chen Band-Shirts aller Bands des Abends, die zwar nicht bil­lig waren, aber durch­aus erschwing­lich, das war schon mal sehr positiv.

Dann begann die erste Band, Amo­ral. Hatte mir vor­her eini­ges von denen ange­hört und den Ein­druck gewon­nen, dass sie eine eher etwas “pöbe­lige” Fun-Metal-Band sind. Der Ein­druck bestä­tigte sich etwas, Amoralwobei ich das “Fun” ein­schrän­ken muss. Sie machen Musik, die Spaß macht, und nach und nach taute das Publi­kum auf und machte mit. Es gab recht viel Posing und die Band wan­derte mun­ter zwi­schen den ver­schie­de­nen Sti­len hin und her, von Rock’n’Roll bis hin zu Death Metal Ein­flüs­sen haben sie wenig aus­ge­las­sen. Wir waren etwas irri­tiert, weil die Jungs so jung aus­sa­hen, hin­ter­her hörte ich aber, dass sie alle über 20 seien. Muss wohl am beson­de­ren Klima in Finn­land lie­gen. Lei­der habe ich bei Amo­ral kei­nen Blick auf die Set­liste erha­schen kön­nen, aber ich ver­mute so im Nach­hin­ein mal, dass es etwas mehr als 10 Songs waren.

beforethedawn1Dann waren Before the Dawn dran. Ich war posi­tiv über­rascht. Ich hatte in der letz­ten Zeit zwar eini­ges von denen auf mei­nem Player gehabt und mir gefiel das neue Album echt gut, aber live waren sie super! Ich stand mehr oder weni­ger links vom Bas­sis­ten /Sänger und habe vie­les vor allem über seine Moni­tor­box mit­be­kom­men, aber der Sound war echt gut und es stimmte bei denen ein­fach alles. Mal ganz abge­se­hen davon, dass sie sehr sym­pa­thisch wirk­ten. Ich werde mir jetzt auf jeden Fall die Alben kau­fen undSetlist Before the Dawn würde die Band jeder­zeit noch­mal sehen, sie waren echt ziem­lich cool! Die Set­liste ent­hielt 12 Songs, meh­rere vom neuen Album, lei­der gab es keine Zugaben.

Nach kur­zer Umbau­pause, bei der auch meh­rere der Musi­ker mit anpack­ten, waren Amor­phis dran. Auf ihrer Set­list stan­den 15 Songs, 3 davon waren Zuga­ben, mehr gab es dann nicht. Die Stim­mung bei Amor­phis war Amorphis1super und die Show, der Sound, die Per­for­mance wie gewohnt spitze. Aber man merkte, dass es der letzte Gig der Tour war. Eigent­lich hatte ich erwar­tet, dass etwas mehr “Party” gemacht würde, so wie man das von ande­ren Bands kennt, wenn die ihre letz­ten Auf­tritte der Tour haben, aber bei Amor­phis war auf der Bühne nichts zu mer­ken. Die Kom­mu­ni­ka­tion der Musi­ker unter­ein­an­der war da, die Inter­ak­tion mit dem Publi­kum warSetlist Amorphis ein­wand­frei, aber von mei­nem “Platz” aus sah das alles eher etwas rou­ti­niert aus, als wenn sie jetzt noch ihr letz­tes Kon­zert run­ter­spie­len und dann froh sind, nach Hause zu kom­men — was wahr­schein­lich auch den Tat­sa­chen ent­sprach. Bei House of Sleep haben sie sich übri­gens Ver­stär­kung von Aki Koivu­nen, dem Sän­ger von Amo­ral geholt.

Angeb­lich sollte nach dem Kon­zert auch noch so was wie eine Party zum Tour­ab­schluss statt­fin­den, aber auch das fand zumin­dest nicht öffent­lich statt. Nach dem Kon­zert war im Turock noch eine Slayer Album-Release Party. Viel Slayer wurde aber nicht gespielt, wäh­rend wir noch da waren. Da unser Zug gerade weg war, als das Kon­zert zuende war, haben wir noch ein Bier­chen getrun­ken und uns umge­schaut. Der Mer­chan­dise Stand war noch etwas län­ger da, so konnte man Lars Eik­ind, den Bas­sis­ten und Sän­ger von Before the Dawn noch dabei zuse­hen, wie er beim Ver­kauf half, Auto­gramme gab und mit Fans redete, dann wurde auch da alles weg­ge­räumt und im Turock ging alles in die Metal-Party über.

Das Kon­zert ges­tern war aus­ver­kauft und wir hat­ten befürch­tet, dass es sehr voll wer­den würde. Es war gut Turock und Publikumgefüllt, aber kein Mal gab es Gedränge. Die Leute waren alle sehr sozial und nah­men auf­ein­an­der Rück­sicht. Wir hat­ten einen Platz recht weit vorne, links neben der Bühne, dort war die Luft sogar sehr gut (weil wir direkt vor der Lüf­tung stan­den) und die Sicht super. Auch bei uns vorne gab es kein Gedränge, viel­leicht lag das aber auch daran, dass wir bei uns vorne 3–4 Frauen waren, und wir von vorn­her­ein beschlos­sen hat­ten, es locker anzu­ge­hen und Pöblern keine Chance zu geben. Aber auch woan­ders war alles recht ent­spannt. Zwi­schen ers­ter und zwei­ter Reihe war sogar soviel Platz, dass die Leute dort ganz bequem head­ban­gen konn­ten. Man brauchte auch an den The­ken und wenn man mal auf die gewis­sen Ört­lich­kei­ten musste kaum war­ten, das war mal eine posi­tive Abwechs­lung zu dem, was wir von ande­ren Kon­zer­ten ken­nen. Auch wurde kaum im Publi­kum gere­det, die Leute waren wohl alle wegen der Bands da.

Nicht so posi­tiv war dann das, was nach dem Kon­zert kam. Wir sind durch die Fuß­gän­ger­zone zurück zum Bahn­hof gegan­gen (15–20 Minu­ten Fuß­weg) und kamen gerade auf dem Gleis an, als durch­ge­sagt wurde, dass der Zug wegen einer Ober­lei­tungs­stö­rung gestri­chen sei. Das ist natür­lich super! Der Bahn­steig war voll, auch viele Leute, die vor­her auf dem Kon­zert waren, alle waren recht ange­nervt, einige soger ziem­lich sauer,Niclas weil sie schon den gan­zen Tag unter­wegs waren und fast über­all schon Ver­spä­tun­gen hat­ten. Ent­spre­chend groß war danach der Andrang am Service-Point. Aber Ser­vice gab es dort kei­nen. Es gab nicht ein­mal die Mög­lich­keit, irgendwo auf die Toi­lette zu gehen, da der Esse­ner Bahn­hof unge­baut wird und es dort keine Toi­let­ten gibt. Die Män­ner kön­nen ja recht leicht in eine dunkle Ecke gehen, aber die Frauen??? Es waren dort jeden­falls meh­rere Damen, die sich dar­über auf­ge­regt haben. Sowas darf eigent­lich nicht sein — vor allem, weil man in der Nacht ja nicht ein­fach irgendwo in eine Kneipe oder in ein Geschäft gehen kann– war ja alles geschlossen.

Als wir dann nach einer drei­vier­tel Stunde wie­der auf dem Bahn­steig waren, wurde durch­ge­sagt, dass der nächste Zug 15 Minu­ten Ver­spä­tung habe, 5 Minu­ten spä­ter hieß es, es seien 25. Dann kam der Zug um unge­fähr 2:40. Wir hat­ten eine lus­tige Rei­se­be­glei­tung. Ein Typ, der von einem lus­ti­gen Bier­abend aus Düs­sel­dorf kam, der uns lau­ter abge­fah­rene Sachen erzählt hat. Er wollte uns sogar eine Koope­ra­tion mit einer ande­ren Band ver­mit­teln. Bin ja gespannt, ob der sich heute noch daran erinnert.

Das Fazit ist also, dass wir einen genia­len Konzert-Abend hat­ten, der mal wie­der (war ja nicht das erste mal) Tomidurch die Deut­sche Bahn rui­niert wurde. Wir wären auch gerne noch auf den Geburts­tag gegan­gen, aber wir waren erst gegen halb vier in Bul­dern. Und dort stell­ten wir fest, dass man bei mei­nem Rad die Ven­tile raus­ge­dreht hatte und bei Tilo steckte was im Schloss, weil man ver­sucht hatte, sein Rad auf­zu­bre­chen, so dass er sein Schloss nicht mehr auf­be­kam. Echt scheiße!

Naja, wenigs­tens das Kon­zert war geil! So war es das irgend­wie wert…trotzdem schade.

Das nächste Kon­zert ist Slayer in Her­ford, das ist auch schon aus­ver­kauft. Bin ja gespannt, wie das wird. Auf jeden Fall wer­den wir da mit dem Auto fah­ren! Ich werde euch berich­ten ;-)

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3 Comments for this entry

  • Uli
    Uli

    Wenn ihr mit den Auto zu Slayer fahrt, gehe ich davon aus, dass ihr nicht bei mir pennt ;-) .

  • Doro
    Doro

    keine Ahnung…ich würde ja lie­ber nicht die weite Stre­cke zurückfahren…ich wollte vor allem sagen, dass ich defi­ni­tiv NICHT mit dem Zug nach BI fah­ren werde…wer weiß, ob wir dann jemals ankom­men.
    Alexa und Alex­an­der fah­ren auch zu Slayer, wis­sen noch nicht, ob wir zusam­men fah­ren, oder ob die auch in der Nähe sind und da pen­nen. Da habe ich auch noch gar nicht drü­ber nachgedacht.

  • Uli
    Uli

    sagt ein­fach 1–2 tage vor­her bescheid.

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